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Inhalt der Ausgabe No. 3

Morphologie – Was ist das?
Wolfgang Menzel
Spekulation 1828
Hans-Christian Heiling
Gefährliche Landschaften
Dirk Blothner
Fauler Globus – Zur Morphologie der Korruption
Wilhelm Salber
Babelturm und Blocksberg
Yizhak Ahren
Haben Rechenfehler keinen Sinn?
Wilhelm Salber
Prometheus ist Methode
Peter Franken
Elektroautos – Ruf und Widerruf
Yizhak Ahren / Wilhelm Salber
Freuds Revision seiner Traumlehre
Norbert Endres
Bruderkrieg und Vatermord
Rezension „Politische Bilder“

 

Morphologie – Was sagt das?

Neu lernen, in einer verregelten, blinden Zahlenwelt wieder „mit den Augen der Seele“ zu sehen. Denn die autonome Eigenwelt des Seelischen bildet ständig anschauliche und bewegende Gestalten, Morphe, aus, die den Fluss des Lebens – bewusst und unbewusst – verstehen lassen.

Über diese Gestalten sprechen vor allem Träume und Märchen: Über Rivalität, Schuld und Sühne, Maßverhältnisse, Hexerei. Die Psychologische Morphologie rückt von ihnen her ein einheitliches und umfassendes Modell seelischer Wirkungseinheiten in den Blick. Es erforscht systematisch die Zusammenhänge unserer Kultur – Medien, Märkte, Werbung, Bildung, Kunst, Alltag.

Zentrum von Konzept und Methode wird hier das Prinzip einer Verwandlungswirklichkeit. Verwandeln der Welt durch Gestalten ruft die Freude und das Leid hervor, das den Menschen aus „Zaubern“ und „Verzaubert Werden“ erwachsen kann. Morphologie bewegt sich da mitten drin und kann so auch alle möglichen Verlagerungen, Ersatzbildungen, Zuspitzungen und Verkehrungen aufdecken. Von Zahlenwelten her kann das nicht verstanden werden. Von den Fiktionen der Aufklärungspsychologien her – Kognition, Emotion, Bewusstsein, Wollen – ist in der Realität nicht viel zu gewinnen. Der Morphologie geht es konsequent um neue Kategorien des Verstehens unserer Wirklichkeit, auch wenn sie ungewohnt und unbequem erscheinen.

Von ihnen aus führt ein weiterer Schritt der morphologischen Entwicklungsmethode zu Prognosen der Behandlung menschlicher Unternehmen: Wieso Wege sich versperren, wo ein anderer Umgang mit der Wirklichkeit neue Lebensbilder ins Werk setzen kann.

Das Ganze bringt dabei notwendig auch eine eigene psychologische Wissenschaftsauffassung auf den Weg (Gegenstandsbildung). Sie begründet ausdrücklich, wie man sachgemäß mit den seltsamen Ereignissen (Qualitäten) des seelischen Lebens und Erlebens zurande kommt.