Am 11. Juli 2026 empfing die "Wilhelm Salber Gesellschaft" in Köln Besuch aus Berlin. Mitglieder des "Institute for Morphological Psychology" an der "BSP Business & Law School" in Berlin machten eine Exkursion zu den Anfängen der Psychologischen Morphologie. Einige Wochen zuvor hatte der Kölner Stadtanzeiger in der Reihe "Die 150 wichtigsten Kölnerinnen und Kölner aus 15o Jahren" einen Beitrag zu Wilhelm Salber veröffentlicht. Es war ein sonniger Samstag, an dem die Berliner Kollegen verschiedene Stationen von Wilhelm Salbers Wirken besichtigten. Wie es zu einer wissenschaftlichen Exkursion gehört, boten ihnen die Kölner Gastgeber eine Reihe von Augenzeugenberichten und Vorträgen an. Wir bedanken uns für den Besuch.

Die Besucher aus Berlin vor dem Grab Wilhelm Salbers
Die Berliner in der Herbert-Lewin-Straße 2 vor dem ehemaligen Büro Wilhelm Salbers

Berliner und Kölner Morphologen trafen sich am Morgen vor dem Friedhof Melaten in Köln.  Nachdem Herbert Fitzek dargelegt hatte, welch ein außergewöhnlicher und historischer Ort Melaten ist, wanderte die Gruppe zum Grab Wilhelm Salbers. Dort wurde der ungewöhnliche Grabstein mit einer kleinen Version der der Pietà von Bonifatius Stirnberg (das größere Original befindet sich in der Sammlung der Universität Tilburg, Niederlande) in Betracht genommen. Herbert Fitzek und Dirk Blothner steuerten persönliche Erinnerungen an den zehn Jahre zuvor Verstorbenen Psychologen bei.

Die zweite Station war das Gebäude in der Herbert-Lewin-Straße 2, in dem sich für dreißig Jahre das Universitätsinstitut befand, an dem Wilhelm Salber lehrte und den überwiegenden Teil seiner Psychologie entwickelte. Gastgeber und Besucher wollten sich die Erfahrung nicht nehmen lassen, die äußerlich unverändert wirkenden Treppenhäuser, Gänge und Hörsäle zu durchschreiten. Vor dem ehemaligen Dienstzimmer Salbers wurden der jüngeren Generation beschrieben, wie sich der Universitätsalltag für den Direktor und seine Mitarbeiter in der Regel gestaltet hatte.

Weiter ging es zu der “Begegnungsstätte” Stephan Grünewalds am Rudolfplatz. Die Mitbegründer des Kölner rheingold Instituts hatte die Berliner Besucher in seine neuen Räume zu einem Vortrag eingeladen. In anschaulicher Sprache stellte er eine aktuelle Studie rheingolds zum Thema “Verantwortung” vor. Bei dieser Gelegenheit präsentierte er auch den großen Raum, in dem die Wilhelm Salber Bibliothek einen dauerhaften und repräsentativen Platz gefunden hat. Der Umzug aus der Zülpicher Straße hatte am Vortag stattgefunden. Aber man konnte sich eine Vorstellung von der schönen, neuen Heimat der Bücher machen. Zusammen nahm man anschließend ganz in der Nähe, im beliebten Restaurant “Little Nonna”, ein Mittagessen ein.

Exponate der Kusama-Retrospektive und Kölner Dom

Zum Abschluss ihres Tages in der Rheinischen Metropole Köln hatten sich die Berliner Kollegen die Besichtigung einer Retrospektive zu der Künstlerin Yayoi Kusama im Museum Ludwig vorgenommen. Berichte über den nie dagewesener Besucherandrang bei dieser Ausstellung hatten sich bis in die Hauptstadt ausgebreitet. Am Eingang gab Dirk Blothner eine kurze Einführung in die Salber’sche Kunstpsychologie und hob dabei insbesondere heraus, dass für ihn Alltag und Kunst eine Art inniger Zwillingsbeziehung miteinander unterhalten. Der Alltag habe sich die Kunst geschaffen, auch um sich von sich selbst ein Bild machen zu können. Dann zog man in kleinen Gruppen durch die circa dreihundert Exponate von Yasoi Kusama. Wer sich von deren beeindruckender Farbigkeit und Lebendigkeit rechtzeitig lösen konnte, hörte schließlich den zweiten Teil von Blothners Vortrag. In ihm legte er da, wie Wilhelm Salber den Zusammenhang von Kultivierung und Kunstavantgarde verstand. Als anschauliche Referenz dafür vor Ort im Museum diente das Werk von Robert Rauschenberg “Allegory” (1959-1960).

Robert Rauschenberg: “Allegory” im Museum Ludwig